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SUPERSONIC 1993 - 1997
Bilderzyklus bestehend aus 180 Leinwandarbeiten. Zur Ausstellung in der Galerie Borkowski,
Hannover, schuf Ecki Stieg einen Soundtrack auf MC.
Seit 1989 arbeitet Jacques Gassmann an Bilderzyklen, die in der seriellen Form von großformatigen
Bildtafeln, ein genau umrissenes Thema umkreisen.
Der Arbeitstitel dieser Reihe lautete TOP GUN und ist dem gleichnamigen Film entlehnt,
dessen Rahmenhandlung im Ausbildungszentrum der Top-Piloten der US Navy im kalifornischen
Mirarmar spielt.
Jacques Gassmann hat in diesem Zyklus die visuellen Eindrücke der Piloten, die mit
Überschallgeschwindigkeit bis zu 2 Mach durch die Atmosphären schießen, in Bilder
transponiert. Schon in den Bildern der Apokalypse, die in ihrer materiellen Wirkung im
Grenzbereich zwischen Malerei und experimenteller Photographie anzusiedeln sind, war es
Gassmann mit einer von ihm entwickelten Tuschetechnik gelungen, Räume auf der Leinwand zu
entfalten, die von geradezu kosmischer Tiefe zu sein scheinen. Diese Weite des unermesslichen
Raumes wird zum zentralen Thema von SuperSonic.
Jenseits einer in diesen Zusammenhängen vielleicht erwarteten sozialkritisch
operierenden Bilderfolge, die eine Kritik militärischer Operationen im Zeitalter der
Atomwaffen verfolgen würde, geht es Gassmann allein um den Blick des Piloten, um seine
visuellen und gefühlsmäßigen Erfahrungen während des Hochgeschwindigkeitsfluges.
In SuperSonic geht es um visuelle Erlebnisse, die den meisten Menschen verschlossen bleiben.
Es wird um den Blick und das Gefühl von Piloten gehen, die im Grenzbereich menschlicher
Leistungsfähigkeit anzusiedeln sind.
So wird eine Form der Sichtbarkeit zum Thema gemacht, die zwar Teil unserer Wirklichkeit ist,
die zwar Teil unserer Wirklichkeit ist, die jedoch - sicherlich wiederum aufgrund der militärischen
Implikationen, die unter Schlagworten wie "Ästhetisierung des Grauens"
gerade in Europa diesen Bereich tabuisieren - bisher von Künstlern kaum in den Blick
genommen worden ist.
Dabei waren Technik, Geschwindigkeit und Bewegung besonders für Maler immer von
großer Faszination. Und in Jacques Gassmanns neuem Bilderzyklus sind neue Formen der
Kunst in seiner Art neofuturistischer Ansatz sichtbar.
Carsten Ahrens
Kestner Gesellschaft Hannover
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