Die Malerei, die er dem Prospekt der neuen Vleugelsorgel in der Jacobuskirche hat angedeihen lassen ist wundervoll. Sie beseelt die Klänge im Nachbar-
medium. Seine Prospekte – magische Symbiosen von Farbe, Form und gefrorenem Klang – haben eine äußerst suggestive Ausstrahlung. Die Qualität seiner Arbeiten in Kitzingen, Runding bei Cham, Bad Tölz, Schwabmünchen hat sich in Windeseile herumgesprochen. Gassmann gilt bereits als einer der fantasiebegabtesten und feinsinnigsten Gestalter und Verfeinerer alter und vor allem moderner Kirchenräume. Dabei kommt eine Dimension ins Spiel, die einer Renaissance künstlerischer Vernunft und Verantwortung markiert:
„Ich schaffe Neues im Geist der Tradition. Der Geist wird spürbar, wenn man sich kontemplativ, gar meditativ, den Aufgaben, das heißt den Objekten , zuwendet“, sagt Gassmann.
Zarte Farben, markante, aber nicht eben aufdringliche Muster erhöhen den Reiz alter formen. Bei neuen Prospekten müsse er der oft widerspenstigen Funktiona-
lität der Gehäuse einen farblichen Kontrapunkt zumuten, sagt er.
Jacques Gassmann arbeitet mit sehr kostbarer Pigment-Tusche, mit reinen Naturfarben also, die eine hohe Leuchtkraft und Haltbarkeit haben. Insgesamt acht Farbtöne ergeben in jeweils feinster Nuancierung eine große Tiefenwirkung und rufen den Eindruck fluoreszierender Flächen hervor.
Der bislang wohl spektakulärste Bilderzyklus heißt „Coasts“. Dabei handelt es sich um Verwandlungen von Küstenfotografien der NASA. Bizarre Formen und expressive Farben erinnern mitunter an die philosophisch inspirierte Malerei eines Caspar David Friedrich. Jacques Gassmann ist ein Avantgardist mit der kostbaren Gabe eines weit in die Geschichte zurückblickenden Visionärs.
Gerd Kowa
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